
Foto: Cesar von Meissen | Bildbearbeitung: Carl de Canedido
Mehr verletzte Wildtiere – Ehrenamtliche stoßen an Grenzen
Essen, Baldeneysee, 08. Mai 2026. Das Umweltamt der Stadt Essen rückt den Schutz heimischer Wildtiere stärker in den Fokus und warnt besonders vor Gefahren in den Grünflächen und Gärten rund um Baldeneysee. Dort, wie auch im gesamten Essener Stadtgebiet und darüber hinaus, kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen bei Igeln, aber auch anderen Wildtieren. Vor allem Mähroboter, Rasenmäher, Rasentrimmer und andere Gartengeräte werden den Tieren zum Verhängnis, wenn sie im hohen Gras übersehen werden.
Nachtaktive Tiere schützen
Baldeneysee.Ruhr startete einen Aufruf, Mähroboter in den Abendstunden, Nachts und in den frühen Morgenstunden nicht zu nutzen und die nachtaktiven Tiere damit zu schützen. Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, besuchte nun das Umweltamt eine der beiden Wildtier-Pflegestellen in Essen, die Einrichtung der Igelfreunde Ruhrgebiet e.V., in der Ehrenamtliche verletzte Tiere mitunter rund um die Uhr versorgen.
Tempo 30 zum Schutz von Wildtieren
Eine Auswertung der Igelfreunde für das Jahr 2025 zeigt die Dringlichkeit des Themas. Insgesamt wurden 93 Igel aufgenommen, 28 Prozent davon mit schweren Schnittverletzungen an Kopf, Körper oder Gliedmaßen. Auch Verkehrsunfälle zählen zu den häufigen Ursachen. Gerade die Freiherr-vom-Stein-Straße am Baldeneysee wird tagsüber und vor allem nachts zum Raser-Hotspot. Selten halten sich Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Hier sind sehr häufig überfahrene Wildtiere, vor allem Igel und Eichhörnchen, zu beklagen. Eine Tempo 30-Zone sowie regelmäßige Verkehrskontrollen könnten Abhilfe schaffen.
Engagement Ehrenamtlicher und Expertise geschulter Tierärzte
Trotz intensiver Pflege starben 62 Prozent der schwer verletzten Tiere oder mussten eingeschläfert werden, so die offiziellen Zahlen. Sie verdeutlichen, wie entscheidend, schnelle medizinische Hilfe und spezialisierte Behandlungen sind. Sonja Eisenmann, Leiterin des Umweltamtes, betont, dass die Lage ohne das Engagement der Ehrenamtlichen und die Expertise speziell geschulter Tierärzte noch deutlich dramatischer wäre. Die Zusammenarbeit zwischen Initiativen, Tierärzten und Stadtverwaltung soll daher weiter gestärkt werden.
Verletzte Wildtiere sofort melden
Besonders in den beliebten Wohn- und Gartenbereichen rund um den Baldeneysee, wo viele Grünflächen ineinander übergehen, kommt es regelmäßig zu Unfällen und Todesfällen. Das Umweltamt appelliert deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger, bei der Gartenpflege aufmerksam zu sein und verletzte Tiere sofort zu melden. Wer einen Igel findet, sollte unverzüglich eine Pflegestelle kontaktieren, denn jede Stunde zählt. Gartenbesitzerinnen und -besitzer werden zudem aufgefordert, Mähroboter bewusst einzusetzen und Flächen vor dem Mähen zu kontrollieren.
Schutz von Flora und Fauna
Auch die Pflegestellen sind auf Unterstützung angewiesen – sei es durch Spenden, Sachmittel oder ehrenamtliche Hilfe. Jedes Tier, das gesund gepflegt und wieder ausgewildert werden kann, ist ein Gewinn für die biologische Vielfalt in Essen, zumal der Igel nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt ist. Auch Baldeneysee.Ruhr setzt sich für den Schutz von Flora und Fauna an Baldeneysee und Ruhr ein, leistet Aufklärungsarbeit und macht auf das Thema aufmerksam. Denn unbedachtes Handeln geschieht meist aus Unwissenheit.








