
Courtesy of The Boat Race
Drei deutsche Ruderinnen beim elektrisierenden Duell auf der Themse
Um 14.21 Uhr Ortszeit fiel die Startfahne auf der Themse – und zwei Achter schossen los, als ginge es um viel mehr als nur Tradition. Cambridge auf derSurrey-Seite, Oxford auf Middlesex. Ein Duell, das seit 1927 (Männer) fasziniert, bekam an diesem Samstag eine neue, hochdramatische Facette. Im Cambridge-Boot saß auf Platz fünf Antonia Galland vom Baldeneysee in Essen, mit im Boot auf Sieben die Kölnerin Mia Freischem. Und auf der anderen Seite? Ihre Schwester Lilli Freischem auf Drei, im Oxford-Achter. Ein Duell, das die ohnehin elektrisierte Atmosphäre noch einmal auflud.
Cambridge beginnt stark – doch Oxford bleibt eiskalt
Die ersten Schläge gehörten Cambridge. Der Rhythmus hoch, die Technik sauber, die Crew wirkte wie ein Uhrwerk. Beide Steuermänner dirigierten ihr Boot kraftvoll in die Strömung. Oxford kam dem Cambridge-Boot mehrmals gefährlich nah. Musste mehrfach verwarnt werden, den Kontrahentinnen nicht in die Bahn zu fahren. Doch Oxford ließ sich nicht beeindrucken. Das Boot, eines der Marke Empacher, schien tiefer im Wasser zu liegen. Die Schläge sauber und kontrollierter. War es der Winkel, der im rauen Wasser der Themse den Vorteil brachte? Am Fulham Football Club vorbei lag Oxford bereits vorn. Die Fans tobten, die Themse schäumte. Doch Cambridge blieb dran – und wartete geduldig auf den Moment, der das Rennen kippen würde.
The Boat Race, Frauen-Bootsrennen vom 04.04.2026, ab: 14:21 Uhr
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Mehr InformationenQuelle: youtube.com / The CHANEL J12 Boat Race | Alle Angaben ohne Gewähr.
Hammersmith Bridge – Moment auf Messers Schneide
Kurz vor Hammersmith Bridge kam die Szene, die das Rennen entschied. Cambridge ruderte am Limit, doch Oxford hatte die bessere Linie und nutzte die Strömung wie ein Geschenk. Ein perfekt getimter Zwischenspurt – und plötzlich schoben sich die Dunkelblauen weiter nach vorn. Antonia Galland zog unbeirrt kraftvoll durch, Mia Freischem stemmte sich mit aller Kraft gegen den Rückstand. Der Steuermann gab alles – versuchte vom ruhigeren Wasser in Ufernähe zu profitieren und damit näher an Oxford heranzukommen. Zwischendurch hatte man den Eindruck, dass dies gelingen könnte. Die Ruderin auf Sitz Vier im Oxford Boot schien sichtlich angeschlagen, sah zeitweise aus, als würde sie jeden Moment kollabieren. Wurde von Lilli Freischem, die hinter ihr saß angefeuert. Doch Oxford hatte jetzt das Momentum – und ließ es nicht mehr los.
Oxford zieht davon
Auf dem langen Bogen Richtung Chiswick zeigte Oxford eine beeindruckende Mischung aus Kraft, Technik und Nervenstärke. Der Schlag blieb ruhig, die Bootsgeschwindigkeit trotz schäumendem Wasser hoch. Cambridge kämpfte, biss, versuchte immer wieder, die Lücke zu schließen, besseres Wasser zu finden – doch Oxford ruderte wie entfesselt. Die Distanz wuchs. Erst eine halbe Länge, dann eine ganze, schließlich mehr. Oxford dominierte die Schlussphase und ließ keinen Zweifel mehr am Ausgang.
Jubel in Dunkelblau
Oxford überquerte die Ziellinie mit deutlichem Vorsprung. Die Ruderinnen waren völlig erschöpft und rissen den Arm zum Jubeln hoch. Der Triumph ließ ihre Gesichter leuchten. Dahinter kämpfte Cambridge mit den Emotionen. Enttäuschung und Erschöpfung. Sie und Antonia Galland hatten alles gegeben, doch an diesem Samstag war Oxford schlicht stärker. Ein deutsch-deutsches Duell, das niemand so schnell vergessen wird.
Courtesy of The Boat Race
Boat Race voller Spannung
Es war ein Rennen, das alles bot: Dramatik, Tradition, Rivalität – und Athletinnen, die an ihre Grenzen gingen. Oxford krönte sich zur Siegerin, und drei deutsche Ruderinnen prägten dieses Kapitel des Boat Race auf ganz besondere Weise.
Die Teams von Oxford und Cambridge 2026
Courtesy of The Boat Race
Cambridge dominiert die übrigen Duelle – starke deutsche Präsenz in den Booten
Auch wenn Oxford im Frauen-Hauptrennen den großen Coup landete, gehörte der restliche Nachmittag klar Cambridge. Die Männer entschieden ihr prestigeträchtiges Duell ebenso für sich wie beide Reserve-Rennen – Frauen und Männer. Und auch dort spielten deutsche Ruderinnen und Ruderer eine bemerkenswerte Rolle: Freddy Breuer von der Bonner RG führte den Cambridge-Achter der Männer als Schlagmann an – ein Platz, der Mut, Übersicht und eiserne Nerven verlangt. Mathilda Kitzmann vom Rostocker RC, Alexander Finger und Leonhard Brahms (beide Berliner RC) trugen ebenfalls in ihren jeweiligen Blondie-Booten dazu bei, dass Cambridge die Bilanz des Tages deutlich zu seinen Gunsten drehte. Ein Beleg dafür, wie stark der deutsche Rudersport inzwischen an den Elite-Universitäten vertreten ist – und wie sehr er das Boat Race 2026 geprägt hat.







