
Foto: Cesar von Meissen
Geschichte, Natur & Ausflugsziele – Fischlaken entdecken
Der Essener Stadtteil Fischlaken erstreckt sich malerisch am linken Hang des Hespertals, unterhalb der Hammerstraße, und zählt zu den geschichtsträchtigsten Orten entlang der Ruhr. Bereits im frühen 9. Jahrhundert wurde das Gebiet urkundlich erwähnt – ein Hinweis auf seine lange und bedeutende Vergangenheit. Damals gehörte Fischlaken zum Besitz des Klosters Werden, dessen Mönche hier nicht nur ausgedehnte Wälder bewirtschafteten, sondern auch landwirtschaftliche Flächen nutzten. Besonders prägend waren die Fischteiche, die dem Ort seinen Namen gaben und bis heute als stille Zeugen klösterlicher Arbeit gelten.
Wappen von Fischlaken

Quelle / Wappen: Kurt Schweder/ Stadtverband © „Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile“ von Johann Rainer Busch, ISBN: 978-3-00-028515-8; Herausgeber ist der Stadtverband der Bürger- und Verkehrsvereine.
Das Wappen des Essener Stadtteils Fischlaken ist ein sogenanntes redendes Wappen, dessen Gestaltung direkt auf den Namen und die historische Bedeutung verweist. Die älteren Schreibweisen „Fislacu“, „Fiselacu“ und „Wislaken“ bezeichnen ein stehendes Gewässer mit reichem Fischbestand – ein Hinweis auf die lange Tradition der Fischteiche und Wasserflächen in dieser Region.
Im blauen Schild sind zwei silberne Balken dargestellt, einer erhöht und einer erniedrigt. Zwischen diesen Balken schwimmt ein silberner Fisch, der das zentrale Motiv des Wappens bildet. Die Symbolik ist klar: Der Fisch steht für den Namensursprung und die natürliche Wasserlandschaft, die Fischlaken seit Jahrhunderten prägt.
Damit verbindet das Wappen die sprachliche Herkunft des Stadtteilnamens mit einem anschaulichen Bild. Es spiegelt die enge Beziehung Fischlakens zu seinen Gewässern wider und macht die historische Identität des Stadtteils sichtbar.
Dörflicher Charakter
Fischlaken ist damit eines der ältesten dokumentierten Dörfer der Region und trägt bis heute die Spuren seiner kirchlich und agrarisch geprägten Geschichte. Die ländliche Struktur ist erhalten geblieben: sanfte Hügel, weite Wiesen und Felder prägen das Landschaftsbild, das sich bis zur Südseite des Baldeneysees erstreckt. Die Bebauung ist überwiegend durch Einfamilienhäuser gekennzeichnet, was dem Stadtteil einen ruhigen, fast dörflichen Charakter verleiht – ein Kontrast zur urbanen Dynamik rund um die Essener Innenstadt.
Historische Vergangenheit
Kirchlich ist Fischlaken bis heute verwurzelt. Die katholische Pfarrkirche Christi Himmelfahrt ist ein zentraler Ort des Gemeindelebens und architektonisch ein markanter Punkt im Stadtteil. Ein weiteres historisches Highlight ist das mittelalterliche Haus Scheppen, ein ehemaliger Lehnshof direkt am Baldeneysee. Heute dient der Platz davor als Ausflugsziel und Treffpunkt für Spaziergänger, Radfahrer und Motorradfans. Letztere kommen besonders am Wochenende zahlreich zum überregional bekannten Motorradtreff Haus Scheppen – Ort der Begegnung mit Blick auf das Wasser.
Panoramablick über das Ruhrtal
Ein Highlight in Fischlaken ist der Aussichtspunkt „Am Hohen Kreuz“, der sich auf einer Anhöhe oberhalb des Hespertals befindet. Von hier aus eröffnet sich ein beeindruckender Panoramablick über das Ruhrtal, den Baldeneysee und – bei klarer Sicht – sogar bis zur Essener Innenstadt. Der Ort ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch historisch bedeutsam: Das „Hohe Kreuz“ selbst ist ein steinernes Wegekreuz, das einst Pilgern und Reisenden als Orientierung diente und heute als stilles Denkmal an vergangene Zeiten erinnert. Spaziergänger, Wanderer und Fotografen finden hier besonders bei Sonnenuntergang eine fast meditative Atmosphäre vor.
Foto: Cesar von Meissen
Zeitreise zur Zeche Pörtingsiepen
Wer durch das Hespertal in Fischlaken spaziert, begegnet auch den historischen Zechenhäusern, die aus der Zeit stammen, als die Zeche Pörtingsiepen noch aktiv war und Steinkohle aus dem Hespertal förderte. Diese Gebäude erzählen von der industriellen Vergangenheit der Gegend rund um den Baldeneysee und stehen in reizvollem Kontrast zur ländlichen Umgebung. Leider ist von den Gebäuden der ehemaligen Zeche Pörtingsiepen abgesehen von den Zechenhäusern nahezu nichts mehr erhalten. Es gibt einen Park mit Informationstafeln sowie eine Ablenkseilscheibe vom Förderturm der Zeche, die als Exponate von der Bergbaugeschichte erzählen und an sie erinnern.
Stadtteil Essen-Fischlaken – Übersicht
| Informationen zu Fischlaken | ||
|---|---|---|
| Lage | Südlich von Essen, angrenzend an den Baldeneysee, das Ruhrtal und die Stadtteile Heidhausen und Werden | |
| Fläche | 6,97 km² | |
| Einwohnerzahl | Ca. 3.000 (Stand: 2025) | |
| Historie | Name aus den früheren Schreibweisen „Fislacu“, „Fiselacu“ und „Wislaken“ – Bezeichnung für stehendes Gewässer mit reichem Fischbestand | |
| Sehenswürdigkeiten | Haus Scheppen am Baldeneysee, Motorradtreff, Fischteiche, Aussichtspunkt Hohes Kreuz mit Blick ins Ruhrtal | |
| Verkehrsanbindung | Buslinien Richtung Werden, Heidhausen und Bredeney; nahe Anschluss an die B224 und A52 | |
| Postleitzahl | 45239 | |
| Wohnqualität | Ruhiger Stadtteil mit ländlichem Charakter, hoher Naherholungswert durch Natur und Wasserflächen | |
| Geokoordinaten | 51.3833° N, 7.0167° E | |
| Architektur | Historische Hofanlagen, Haus Scheppen und typische Ruhrtal-Bauweise | |
| Soziodemografische Struktur | Vorwiegend Familien und ältere Bewohner; dörflich geprägte Gemeinschaft mit starker Naturverbundenheit | |
| Bildungseinrichtungen | Grundschule Fischlaken, Kindergärten; weiterführende Schulen in den Nachbarstadtteilen Werden und Bredeney | |
| Übersichtskarte | Karte von Essen-Fischlaken | |
Alle Angaben ohne Gewähr.
Gastronomische Vielfalt
Kulinarisch hat Fischlaken einiges zu bieten: Von rustikalen Imbissen am Haus Scheppen über familiengeführte Restaurants mit mediterraner und regionaler Küche ist die gastronomische Vielfalt überraschend groß für einen so beschaulichen Stadtteil. Damit ist Fischlaken ein Ort, der Geschichte atmet und zugleich Lebensqualität bietet. Wer Ruhe, Natur und ein Stück echtes Ruhrgebiet sucht, wird hier bestimmt fündig.

















