
Foto: Regionalverband Ruhr
Baubeginn am Baldeneysee für 2026 geplant
Essen, Baldeneysee, 2. September 2025. Heute hat der Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz der Stadt Essen einen weitreichenden Planungsbeschluss gefasst: Das beliebte Ausflugsziel Haus Scheppen am Baldeneysee mit einem der bekanntesten Motorrad-Treffs in Deutschland wird umfassend aufgewertet – rechtzeitig zur Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA 2027) und darüber hinaus.
Drei zentrale Maßnahmen bis zur IGA 2027
Der Fokus liegt dabei zunächst auf drei konkreten Projekten, die bis 2027 abgeschlossen sein sollen:
– Neugestaltung des Vorplatzes mit Steganlage: Der zentrale Vorplatz zwischen Haus Scheppen, dem Baldeneysee und dem Campingplatz wird als Ankunfts- und Aufenthaltsort neugestaltet. Eine neue Steganlage mit Sitzmöglichkeiten unter den Bäumen soll Aufenthaltsqualität direkt am Wasser schaffen. Die Entsiegelung des Wurzelbereichs und zusätzliche Pflanzungen verbessern das Mikroklima. Zwölf Parkplätze entfallen und sollen auf P1 und P2 kompensiert werden.
– Sanierung des Uferwegs: Der historische Weg unter Platanen entlang des Sees – einem der beliebtesten Social Media-Hotspots am Baldeneysee – bleibt erhalten, soll aber barrierearm und baumschonend überarbeitet werden. Ziel sei die Verbindung von Denkmalschutz und moderner Nutzbarkeit.
– Barrierefreier Ausbau des Parkplatzes P1: Eine neue Rampe und Treppe überwinden den Höhenunterschied von sieben Metern zwischen Parkplatz und Vorplatz. Digitale Stellplatzanzeigen und ein Aussichtspunkt verbessern die Orientierung und Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher.
Mittel- und langfristige Perspektiven über 2027 hinaus
Auch nach der IGA 2027 soll das Areal rund um Haus Scheppen wie folgt weiterentwickelt werden:
– Verkehrsberuhigung am Hardenbergufer: Eine neue Verkehrsführung, smarte Parklenkung und barrierefreie Stellplätze sollen die Sicherheit und Ordnung verbessern.
– Bootsgalerie und Ankommensplatz: Neue Ausblickspunkte und eine verbesserte Anbindung an die Hespertalbahn sollen die touristische Infrastruktur stärken.
– Familienfreundliche Angebote: Geplant sind eine Erlebnisspielfläche, neue Freiflächen am Wasser und eine direkte Verbindung zur Endhaltestelle der Hespertalbahn. Auch der Parkplatz P2 soll modernisiert werden.
Die Umsetzung erfolge schrittweise im Rahmen des Programms „Baldeneysee 360°“, abhängig von weiteren Beschlüssen und Fördermitteln.
Warum die Aufwertung notwendig sein soll
Das Gebiet rund um Haus Scheppen sei stark frequentiert – besonders von Motorrad- und Radfahrenden sowie Ausflügler*innen. Die derzeitige Verkehrsführung sei unklar, Wegebeziehungen seien nicht getrennt, und wildes Parken führe zu Nutzungskonflikten. Ziel sei eine klare funktionale und gestalterische Gliederung, die Sicherheit und Aufenthaltsqualität erhöhe, so die Stadtführung.
Beteiligung als Basis der Planung
Ein intensiver Beteiligungsprozess ab Anfang 2024 lieferte wichtige Impulse. Diese Maßnahmen wurden durchgeführt: vier Workshops mit Anrainern, eine Online-Umfrage mit rund 1.600 Teilnehmenden und zwei öffentliche Veranstaltungen vor Ort. Aus diesen Formaten wurden zehn konkrete Anforderungen und drei Maßnahmen abgeleitet: Erhalt des Motorradtreffs und der Imbissbuden mit verbesserter Parkorganisation, mehr Aufenthaltsflächen für Familien, Optimierung der Toilettensituation.
Finanzierung und Ausblick
Die drei beschlossenen Maßnahmen sollen rund zwei Millionen Euro kosten. Die Stadt Essen stellt 340.000 Euro für die Planung bereit. Zwei Teilbereiche würden extern vergeben, die Wegeüberarbeitung soll der Eigenbetrieb der Stadt Essen, die Grün und Gruga GmbH, übernehmen. Obwohl eine Förderung von 80 Prozent ursprünglich vorgesehen war, wurden die bisherige Anträge abgelehnt. Der städtische Eigenanteil wird aus dem Budget „Öffentliches Grün“ getragen. Weitere Fördermöglichkeiten werden geprüft. Mit Abschluss der Entwurfsplanung Ende 2025 soll der Baubeschluss folgen. Der Baustart sei für 2026 vorgesehen – ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger und inklusiver Stadtentwicklung am Baldeneysee und mit dem Tribünenbau dann die zweite Großbaustelle am Seeufer des Baldeneysees.







