
Foto: Cesar von Meissen
St. Peter in Kettwig: Wahrzeichen zwischen Romanik und Barock
Wer am Ruhrufer in Kettwig entlangspaziert oder mit dem Rad den Ruhrtalradweg erkundet, begegnet früher oder später einem Bauwerk, das sich nicht aufdrängt und doch sofort fesselt: die Kirche St. Peter. Sie steht dort wie ein stiller Chronist, der seit Jahrhunderten über die Altstadt wacht und die Geschichten des Ortes in Stein bewahrt. Ihr romanischer Westturm und das barocke Kirchenschiff bilden eine architektonische Symbiose, die im Ruhrtal ihresgleichen sucht. Baldeneysee.Ruhr erklärt die Besonderheiten dieses denkmalgeschützten Bauwerks, das der katholischen Kirche als Gotteshaus dient.
Ursprünge der christlichen Gemeinde Kettwig
Die Ursprünge der christlichen Gemeinde in Kettwig reichen vermutlich bis ins 9. Jahrhundert zurück, als der Ort noch eng mit der Reichsabtei Werden verbunden war. Der erste Kirchenbau war romanisch, und aus dieser Zeit ist bis heute der mächtige Westturm erhalten – ein quadratischer Koloss aus Bruchstein, der mit seiner wehrhaften Erscheinung an die Doppelfunktion mittelalterlicher Kirchen erinnert: Gotteshaus und Zufluchtsort zugleich. Dieser Turm war bereits aus der Ferne sichtbar, überstand Kriege, Umbauten und sogar den verheerenden Stadtbrand von 1679, der große Teile Kettwigs und die damalige Kirche zerstörte.
Verheerender Stadtbrand
Nach dieser Katastrophe entschied sich die Gemeinde für einen radikalen Neuanfang. Das alte Kirchenschiff wurde abgetragen, und zwischen 1720 und 1723 entstand ein neuer Bau, der den Geist des Barocks eindrucksvoll verkörpert. Der romanische Turm erhielt eine geschwungene „wälsche Haube“ mit Laterne, die ihn optisch an das neue Kirchenschiff anpasste. So entstand ein Ensemble denkmalgeschützter Bauwerke, das bis heute die Silhouette der Kettwiger Altstadt prägt.
Das Beste aus unterschiedlichen Epochen
Während der Turm mit seiner rauen Steinstruktur die Jahrhunderte spürbar macht, zeigt sich das barocke Langhaus als eleganter, verputzter Saalbau. Große Rundbogenfenster lassen viel Licht in den Innenraum, der trotz späterer Renovierungen den feierlichen Charakter des Barocks bewahrt. Wer St. Peter betritt, erlebt einen hellen, weiten Raum, dessen Atmosphäre von warmem Licht, klaren Linien und kunstvollen Details getragen wird.
Aktuelle Gottesdienste in der St. Peter Kirche in Kettwig
| Datum | Uhrzeit | Messe | Kirche |
|---|---|---|---|
| 05.09.2026 | 12:30 | Heilige Messe anlässlich des Danke-Tages für Ehrenamtler | St. Peter |
| 06.09.2026 | 11:00 | Hl. Messe, für die Leb. & Verst. der Pfarrgemeinde, Jahrgedächtnis | St. Peter |
| 06.09.2026 | 18:00 | Jugendmesse zum Auftakt der Firmvorbereitung | St. Peter |
| 08.09.2026 | 18:00 | Rosenkranz | St. Peter |
| 08.09.2026 | 18:30 | Heilige Messe | St. Peter |
| 11.09.2026 | 09:00 | Heilige Messe, für die verfolgten Christen | St. Peter |
| 13.09.2026 | 11:00 | Hl. Messe, für die Leb. & Verst. der Pfarrgemeinde, für die Leb. & Verst. der Gemeinde St. José | St. Peter |
| 13.09.2026 | 12:30 | Taufe | St. Peter |
Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten. | Aktualisiert am: 06.09.2026
Barocker Hochaltar als Blickfang
Im Chorraum zieht der prachtvolle barocke Hochaltar die Blicke auf sich – ein kunstvoll gestaltetes Zentrum, das die liturgische Ausrichtung des Raumes bestimmt. Die reich verzierte Kanzel mit ihren feinen Schnitzereien und Heiligenfiguren ist ein weiteres Zeugnis barocker Handwerkskunst. Die Orgel, optisch wie akustisch ein Genuss, erfüllt den Raum mit einem warmen Klang, der Gottesdienste und Konzerte gleichermaßen trägt. Die Fenster sorgen je nach Tageszeit für ein wechselndes Farbspiel, das die weißen Wandflächen und die Goldakzente des Altars lebendig wirken lässt.
Beliebtes Fotomotiv
Heute ist St. Peter die Hauptkirche der Pfarrei St. Peter und Laurentius und ein lebendiger Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Kettwig. Ihre Lage am Rand der historischen Altstadt macht sie zu einem beliebten Fotomotiv – für Spaziergänger, Touristen und Radfahrer gleichermaßen. Doch sie ist weit mehr als ein schönes Gebäude: ein Ort der Stille, ein Raum für Kultur, ein Stück Identität für die Menschen am Baldeneysee und im Ruhrtal. Wer durch die engen Gassen der Altstadt schlendert, kommt an diesem Monument rheinisch-westfälischer Kirchengeschichte nicht vorbei. St. Peter ist ein Bauwerk, das nicht nur von der Vergangenheit erzählt, sondern auch die Gegenwart prägt – ein Ort, der zeigt, wie lebendig Geschichte sein kann.