Großaufgebot sucht bei 39 Grad nach vermisster Person
Essen, Baldeneysee, 27. Juni 2026. Kurz vor 18 Uhr kam es am Samstag bei extremen Außentemperaturen von 39 Grad Celsius zu einem dramatischen Rettungseinsatz am Baldeneysee. Eine Person war am Steg vor der Anlage des Essener Turn- und Fechtclubs (ETuF) ins Wasser gegangen und nicht wieder aufgetaucht. Passanten bemerkten die Situation und wählten sofort den Notruf. Wenige Minuten später rückte ein Großaufgebot der DLRG, der Feuerwehr Essen, Strömungstaucher, Polizei, Rettungswagen und ein Notarzt an. Einsatzkräfte verteilten sich entlang des Nordufers, rund um den Regattaturm, die Uferpromenade sowie auf die gegenüberliegende Seeseite.
Polizeihubschrauber kreiste über dem See
Während die Taucher im Wasser suchten, unterstützte der Polizeihubschrauber aus Düsseldorf die Einsatzkräfte aus der Luft. Er kreiste während der gesamten Rettungsaktion über der Wasserfläche, um mögliche Sichtungen zu erleichtern. Auf dem See beobachteten zahlreiche Stand‑up‑Paddler die Situation aus sicherer Entfernung. Auch am Ufer verfolgten zufällig anwesende Spaziergänger den Einsatz – ohne die Rettung zu behindern. Dramatische Minuten vergingen.
Weiterer Taucher machte sich bereit
Als sich eine weitere Taucherin der DLRG gerade für ihren Einsatz vorbereitete, den Neoprenanzug schloss und ein Kollege die Sauerstoffflaschen prüfte, kam die Meldung: Die vermisste Person wurde gefunden. Die leblose Person wurde auf einer Trage von Einsatzkräften in einen Rettungswagen gebracht, wo sofort lebensrettende Maßnahmen eingeleitet wurden. Über ihren Zustand ist bislang nichts bekannt.
Baden im Baldeneysee lebensgefährlich
Das Baden im Baldeneysee und in der Ruhr ist verboten – und das aus gutem Grund. Nur im Strandbad Seaside Beach ist Schwimmen erlaubt, da dort eine bewachte Badestelle eingerichtet ist. Denn das Baden in Seen und Flüssen birgt große Gefahren – wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Sektion Essen vor kurzem auf Social Media wie zum Beispiel Instagram eindrucksvoll zeigte. Denn, in der Ruhr und im Baldeneysee gibt es Unterströmungen, besonders in Ufernähe oder an Ein- und Ausläufen. Auch wenn die Wasseroberfläche angenehm warm erscheint: darunter befinden sich kalte Wasserschichten mit enormen Temperaturunterschieden. Der plötzliche Temperaturwechsel kann einen reflexartigen Nervenschock auslösen, der den Herzrhythmus stört. Betroffene werden oft bewusstlos, atmen unkontrolliert Wasser ein. Der Baldeneysee hat steil abfallende Ufer. Schlechte Sicht erschweren die Orientierung. Durch Schlick und Pflanzenbewuchs kann man hängenbleiben oder den Halt verlieren. Gerade bei extremen Temperaturen wie heute steigt die Gefahr zusätzlich: Viele Menschen überschätzen ihre Kondition, springen überhitzt ins Wasser oder geraten durch Kreislaufprobleme in Not.








