
Foto: Lila la Loop
Duft- und Heilkraut der Benediktiner
Lavendel war in Benediktinerabteien wie der Abtei Werden am heutigen Baldeneysee eines der wichtigsten Duft- und Heilkräuter. Sein Name leitet sich vom lateinischen lavare – „waschen“ – ab und verweist auf seine reinigende und beruhigende Wirkung. In der Klostermedizin galt Lavendel als Kraut, das „Herz und Sinne beruhigt“. Er wurde bei Schlafproblemen, Nervosität, Kopfschmerzen und zur Reinigung von Räumen eingesetzt. Viele klösterliche Schriften loben ihn als „Kraut des Friedens“, das Harmonie und Ruhe in den Alltag bringt.
Anbau und Gartenstruktur
Lavendel bevorzugt sonnige, trockene Standorte und kalkhaltige Böden. Als typische Merkmale seines Anbaus waren und sind die Pflanzung in sonnigen Kräuterbeeten, oft in der Nähe von Rosmarin oder Salbei, regelmäßiger Rückschnitt, um die Pflanze kompakt zu halten und der Verfolgung vorzubeugen. Die Benediktiner verwendeten Lavendel als Beeteinfassung, da Lavendel ordnend wirkt. Das Kraut soll vor Staunässe geschützt werden, da die Pflanze empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Lavendel war ein Blickfang im Klostergarten und wurde oft an Wegen gepflanzt, damit sein Duft beim Vorübergehen aufstieg.
Lavendel als Heilkraut – Wirkung und Verwendung
Lavendel war eines der wichtigsten Beruhigungskräuter im Kloster. Typische Anwendungen waren als Lavendeltee bei Nervosität und Schlafproblemen, als Lavendelöl zur Linderung von Kopfschmerzen, für Bäder und zur Entspannung, für Auflagen bei Muskelverspannungen sowie als Räucherwerk zur Reinigung von Räumen. Lavendel galt als Kraut, das „den Geist beruhigt und das Herz stärkt“.
Lavendel als Küchenkraut
In der Klosterküche wurde Lavendel sehr sparsam verwendet. Verwendung fanden die Blüten in Süßspeisen, in Form von Lavendel-Honig, in Kräuterweinen und in aromatisierten Ölen. Sein Geschmack ist intensiv und blumig. Heute verbinden wir mit Lavendel die französische Region Provence, deren Lavendelfelder legendär sind. Daher sollte Lavendel in der originalen Gewürzmischung „Kräuter der Provence“ keinesfalls fehlen.
Lavendel als Gewürz- und Duftkraut
Lavendel war eines der wichtigsten Duftkräuter im Kloster. Er wurde genutzt für Duftkissen zwischen der Wäsche, Salben, Öle, Räucherwerk und Raumduftmischungen. Es hat die Eigenschaft, Kleidermotten fernzuhalten und die Wäsche frisch zu halten. Sein Duft galt als reinigend, beruhigend und erhebend. Als spirituelle und symbolische Pflanze wurde Lavendel mit Reinheit, Frieden und geistiger Klarheit assoziiert. Er galt als Kraut, das „die Seele beruhigt und den Geist öffnet“. Er war eines der vielseitigsten Kräuter im Klostergarten.
Bedeutung für die heutige Zeit
Heute ist Lavendel ein Klassiker der Aromatherapie und Naturkosmetik. Seine natürliche Wirkung der Ungezieferabwehr macht Lavendel beliebt als Einfassung für Terrassen oder als Solitärpflanze an Eingängen. Bis heute wird der Duft mit frischer Wäsche und als natürlicher Mittel gehen Kleidermotten assoziiert. Lavendel bleibt ein Symbol für Ruhe, Reinheit und Harmonie und den Sommer, denn die Pflanze kommt hervorragend mit sonnigen Standorten und Trockenheit zurecht.