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Foto: Bianca Killmann

Vom Rittersitz zum Jugendhaus

Das Haus Heck in Essen-Werden ist ein historisches Bauwerk mit wechselhafter Vergangenheit. Das burgähnliche Gebäude wurde einst als Rittersitz errichtet, war später Zollstation und ist heute ein Jugendhaus. Damit vereint es eine prägnante, mittelalterliche Architektur mit moderner Nutzung. In diesem Artikel erfährst du alles über die Geschichte, Bauweise und heutige Funktion von Haus Heck – inklusive relevanter Informationen für Kulturinteressierte und Touristen des Essener Ruhrtals und des Baldeneysees.

Die Ursprünge von Haus Heck

Das Haus Heck wurde erstmals im Jahr 1412 in einem Lehngutverzeichnis der Abtei Werden erwähnt. Doch tatsächlich reichen seine Wurzeln noch weiter zurück. Der markante Rundturm soll aus dem 11. Jahrhundert stammen. Diese Bauweise war charakteristisch für Burgen und zeugt von der ursprünglichen Funktion des Gebäudes als Rittersitz. Strategisch außerhalb der Stadtmauern gelegen, diente das Anwesen der Kontrolle über die Ruhrübergänge und Handelswege und ist eines der ältesten Gebäude in Werden. Ein verheerender Stadtbrand im Jahr 1498 zerstörte große Teile von Werden, wobei auch das Haus Heck stark beschädigt wurde. Erst im 17. Jahrhundert, unter Abt Adolph V. von Borken, soll der Wiederaufbau erfolgt sein.

Preußische Ära: Sitz der Ruhrzollinspektion

Nach der Säkularisation der Abtei Werden im Jahr 1803 ging das Haus Heck in den Besitz des preußischen Staates über. Zwischen 1805 und 1829 diente es als Sitz der Ruhrzollinspektion. Dieser oblag die Überwachung des regen Warenverkehrs auf der Ruhr. Die Funktion unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des Gebäudes für die Region in der frühen Industriezeit. Im Jahr 1829 wurde das Haus von dem Tuchfabrikanten Mathias Wiese für 3000 Taler erworben, was den Übergang des Gebäudes von staatlicher zu privater Nutzung markierte.

Ruhrsandstein und mittelalterliche Gewölbe

Das Haus Heck besteht aus einem zweigeschossigen Wohnbau mit ausgebautem Dachgeschoss und einem mächtigen Rundturm. Beide Gebäudeteile wurden aus Bruchsteinen des heimischen Ruhrsandsteins errichtet – seinerzeit ein typisches Baumaterial der Region. Außergewöhnlich sind die erhaltenen Tonnengewölbe im Keller sowie die kunsthistorisch bedeutenden Mosaikfußböden aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Fensteröffnungen des Turms wurden erst 1929 hinzugefügt. Hierzu nutzte man die vorhandenen Schießscharten.

Daten und Fakten zum Baudenkmal „Haus Heck“

Aspekt Information
Name Haus Heck
Lage Heckstraße 67, 45239 Essen-Werden
Ersterwähnung 1390 als „dat hys an der Hecghe“
Baustil Schlichter, quadratischer Bau mit Rundturm; Ruhrsandstein
Besonderheiten Mittelalterliche Tonnengewölbe im Keller, Mosaikfußböden aus dem 19. Jahrhundert
Nutzung 1805–1829 Sitz der preußischen Ruhrzollinspektion; heute Haus der evangelischen Jugend
Denkmalschutz Seit 1910 unter Denkmalschutz
Zugang Nicht öffentlich zugänglich | Einblick ins Treppenhaus zu Bürozeiten möglich

Alle Informationen erfolgen ohne Gewähr.

Moderne Nutzung: Jugendhaus der evangelischen Gemeinde

Im Jahr 1960 erwarb die katholische Kirchengemeinde St. Ludgerus das Gebäude, verkaufte es jedoch 1966 an die evangelische Kirchengemeinde Werden. Nach umfangreicher Renovierung wurde aus dem ehemaligen Rittersitz am 4. Oktober 1981 ein Jugendhaus. Heute dient das historischen Bauwerk als Treffpunkt für junge Menschen, Veranstaltungsort für Gemeindearbeit und kulturelle Aktivitäten. Die Adresse lautet: Heckstraße 67, 45239 Essen – zentral gelegen in unmittelbarer Nähe der Werdender Altstadt, dem historischen Kern von Werden, sowie der evangelischen Kirche Werden

Fazit: Denkmal mit lebendiger Zukunft

Das Haus Heck ist ein Paradebeispiel für die gelungene Verbindung von Denkmalpflege und moderner Nutzung. Als historisches Gebäude mit mittelalterlichen Wurzeln, preußischer Verwaltungsgeschichte und heutiger sozialer Funktion ist es ein echtes Highlight für Besucher von Essen-Werden. Eine Tafel vor dem Gebäude gibt Auskunft zur historischen Bedeutung des Gebäudes an der Heckstraße. Ob als Ausflugsziel, Fotomotiv oder Ort der Begegnung – das Haus Heck verdient Aufmerksamkeit. Wer sich für Architektur, Geschichte oder lokale Kultur interessiert, ist hier goldrichtig.

Copyright | Text von Bianca KILLMANN

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