
Foto: Lila la Loop
Amphibien auf den Straßen rund um den Baldeneysee unterwegs
Essen, Baldeneysee, 17. Februar 2026. Sobald die ersten milden Abende anbrechen, erwacht in den Stadtteilen rund um den Baldeneysee und im gesamten Essener Stadtgebiet ein faszinierendes Naturschauspiel: Tausende Amphibien – Erdkröten, Grasfrösche, Molche und sogar Feuersalamander – verlassen ihre Winterverstecke und machen sich auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern. Was für uns ein kurzer Spaziergang wäre, bedeutet für sie eine lebensgefährliche Reise über Straßen, Radwege und Siedlungsbereiche. Jeder kann dafür Sorge tragen, dass sie sicher ankommen.
Was bedeutet das für uns alle?
Von jetzt bis etwa Mitte April heißt es: aufmerksam fahren, besonders in den Abendstunden und bei Regen. Denn genau dann sind diese Tiere am aktivsten. Viele Straßen, Fahrradwege und Wanderstrecken rund um den Baldeneysee sind nicht durch Schutzzäune gesichert – und selbst dort, wo Ehrenamtliche Barrieren aufgebaut haben und die Amphibien einsammeln, um sie über die gefährlichen Straßen zu tragen, schaffen sie es nicht, alle Tiere zu retten. Daher nach Möglichkeit bekannte Wanderbereiche in den Abendstunden meiden. Denn selbst langsames Fahren garantiert Amphibien keinen hundertprozentigen Schutz und kann schnell tödlich enden.
Wo sind bekannte Amphibien Hotspots?
Die Hotspots liegen quer über die Stadt verteilt – oftmals sogar direkt vor deiner Haustür: Heisinger Straße am Schellenberger Wald, Deile und Hirtental in Byfang, Schuirweg, Pörtingsiepen und das Hespertal sind von Amphibien bewohnte Gebiete am bzw. in der Nähe des Baldeneysees. Im weiteren Essener Stadtgebiet nennt die Stadt Essen: Kaldenhof in Schönebeck, Holteyer Straße in Burgaltendorf, Lührmannstraße in Rüttenscheid und das Wichteltal in Holthausen als Molch-Hochburg. Nicht zu vergessen die Rheinische Bahntrasse und viele weitere, hier nicht genannte Bereiche. Wenn du dort unterwegs bist, bitte einen besonders wachsamen Blick auf die Straßen richten.
Wie wird den Tieren geholfen?
An vielen Stellen stehen engagierte Helferinnen und Helfer des NABU Ruhr e.V. und anderer Gruppen. Sie sammeln die Tiere an mobilen Fangzäunen ein und tragen sie sicher über die Straße. Mancherorts gibt es sogar fest installierte Leitsysteme bzw. kleine Tunnel, eben echte Lebensretter in dieser wichtigen Zeit des Jahres. Wer selbst helfen möchte oder eine neue, bislang nicht erfasst Wanderstelle entdeckt hat, wendet sich an den Nabu Ruhr e.V. Der Verein stellt mitunter ein Erste-Hilfe-Set für Amphibienschützerinnen und -schützer bereit und erklärt, wie man richtig vorgeht: www.nabu-ruhr.de.
Foto: Lila la Loop
Welche Gefahren bedrohen Amphibien noch?
Neben dem Straßenverkehr setzen ihnen Klimawandel, Krankheiten – besonders Pilzinfektionen – und zunehmend Waschbären zu. Wichtig zu wissen: Alle Amphibienarten stehen unter gesetzlichem Schutz, einige sogar unter strengem Artenschutz. Besonders dramatisch ist die Lage beim Feuersalamander: Er lebt in laubwaldreichen Bachtälern Essens, doch die sogenannte Salamanderpest hat seine Bestände stark dezimiert. Die Krankheit ist fast immer tödlich – und kann ungewollt durch Spaziergänger*innen und Hunde verbreitet werden. Darum gilt: Auf den Wegen bleiben und Hunde im Bereich von Bächen und Feuchtgebieten nicht frei laufen lassen.
Fazit
Die Amphibienwanderung ist eines der beeindruckendsten Naturereignisse des Jahres und läutet den Frühling am Baldeneysee und im gesamten Essener Stadtgebiet ein. Jeder, wirklich jeder kann aktiv dazu beitragen, die Zukunft der Amphibien zu sichern. Rücksicht im Straßenverkehr, auf Fahrradwegen und auf Spazierwegen kann hunderten Tieren das Leben retten.









