
Foto: Bianca Killmann
Dramatisches Tennis-Finale der FISU World University Games RheinRuhr 2025
Essen, Baldeneysee, 26. Juli 2025. An einem der heißesten Tag des Turniers verwandelte sich der Center Court der ETUF-Tennisanlage am Baldeneysee in ein pulsierendes Epizentrum des internationalen Hochschulsports. Die Kulisse hätte spektakulärer kaum sein können: Am idyllischen Baldeneysee kochten nicht nur die Temperaturen jenseits der 26 Grad – sondern auch die Emotionen der Zuschauer und Spieler. Im Einzel-Finale der Herren lieferten sich zwei aufstrebende Tennisstars, beide Studenten US amerikanischer Universitäten ein Duell auf Messers Schneide: Jay Dylan Hara Friend aus Japan traf auf den Briten Toby Alexander George Samuel. Letzterer hatte den Deutschen Alessio Vasquez zwei Tage zuvor besiegt und war ins Finale eingezogen. Ein Spiel, das in 1 Stunde und 44 Minuten alles bot, was Tennis ausmacht.
Finale mit Kontrastprogramm
Bereits beim Einzug der Spieler war zu spüren, dass dies kein gewöhnliches Match werden würde. Begleitet von rhythmischem Applaus und Flaggen auf den Zuschauerrängen, bewegten sich die Athleten fokussiert zur Grundlinie. Der Franzose Tom Durand-Viel leitete das Match mit internationaler Souveränität und einem sicheren Blick für kritische Situationen. Während Jay Friend für kühles, strategisches Spiel steht, setzt Toby Samuel auf physische Dominanz und schnelle Punktabschlüsse. Das Finale in Essen zeigte genau diese Unterschiede – und machte es so packend.
1. Satz – Japanischer Wirbelwind
Jay Dylan Hara Friend zeigte von Beginn an, warum er als einer der vielversprechendsten Spieler Asiens gilt. Mit präzisem Aufschlagspiel und knallharten Vorhandwinnern dominierte er das Geschehen. Toby Samuel wirkte überrascht und konnte dem Tempodiktat seines Gegners im ersten Satz kaum etwas entgegensetzen. Zweifellos hatte er noch das Match gegen Alessio Vasquez in den Knochen. Der Satz ging nach nur 29 Minuten mit 6:1 klar an Friend – ein Start nach Maß für Friend. Zu diesem Zeitpunkt rechneten die Zuschauer mit einem Sieg in zwei Sätzen.
2. Satz – Britische Wiederauferstehung
Doch Samuel bewies mentale Stärke. Trotz der körperlichen Strapazen durch die Hitze fand er über das Serve-and-Volley-Spiel zurück zu seinem Rhythmus. Die Fans des Briten, Familie, Trainer und Teamkollegen – mit Fahnen bewaffnet – trieben ihn lautstark an. Ein Break Mitte des Satzes und eine steigende Quote erster Aufschläge bescherten ihm den Satzgewinn: 6:4. Der Ausgleich war geschafft – der Center Court vibrierte.

Quelle: Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games Summer
3. Satz – Ein Nervenkrimi
Der Entscheidungssatz wurde zur wahren Geduldsprobe. Auch die Hitze war erbarmungslos. Obwohl das Thermometer nur 26 Grad Celsius zeigte, war es nahezu windstill, weshalb die gefühlte Temperatur wesentlich höher war. Beide Spieler hatten Kräfte gelassen und mobilisierten letzte Reserven, punkteten mit spektakulären Rallys und verteidigten ihre Aufschläge mit langen Ballwechseln und eisernem Willen. Beim Stand von 5:5 gelang Friend das entscheidende Break – ein Rückhand-Winner die Linie entlang ließ die japanische Delegation aufspringen und die Fäuste ballen. Ein Return brachte den Matchgewinn: 7:5 – der Titel für Japan war besiegelt.
Der Goldmoment: Freundschaft, Fairness und Faszination
Was folgte, war Gänsehaut pur: Unter Standing Ovations beider Fanlager ließ Jay Dylan Hara Friend den Schläger fallen und fiel auf den Rücken. Toby Samuel ließ sich nicht lange bitten und reichte seinem Kontrahenten mit sportlicher Größe die Hand. Die Emotionen waren spürbar – nicht nur in den Gesichtern der Spieler, sondern auch bei den rund 1.500 Zuschauern auf dem heißen Center Court. Natürlich war Samuel enttäuscht – aber er hat alles gegeben und hatte heute einfach weniger Fortune. Auch er erhielt tosenden Applaus und stehende Ovationen.
Turnier mit Nachklang
Der Sieg von Jay Friend steht symbolisch für die Kraft des Hochschulsports – international, integrativ und voller Überraschungen. Die FISU World University Games RheinRuhr 2025 waren am Baldeneysee zu Gast und haben mit diesem Herrenfinale ein Ausrufezeichen gesetzt – sportlich und atmosphärisch.
| Matchzeit | 1 Stunde 44 Minuten |
| Zuschauer | ca. 1.500 |
| Temperatur | 26 °C (gefühlt 30 °C) |
| Ort | ETUF-Tennisanlage, Baldeneysee, Essen, Deutschland |
Spielerportraits
Jay Dylan Hara Friend (JPN)
Der 21-jährige Jay Dylan Hara Friend gehört zu den aufstrebenden Talenten des japanischen Tennissports. Mit einem Karrierehoch von Platz 831 in der ATP-Weltrangliste hat er sich vor allem auf der ITF World Tennis Tour einen Namen gemacht. Seine Spielweise ist geprägt von hoher Präzision, mentaler Stärke und einem variablen Grundlinienspiel. 2025 konnte er bereits mehrere starke Turnierleistungen auf Sand und Hartplatz zeigen – unter anderem Halbfinaleinzüge bei M15- und M25-Turnieren in den Niederlanden und Japan. Seine Match-Bilanz in diesem Jahr liegt bei über 60 Prozent Siegen, was seine Konstanz unterstreicht. Besonders auffällig: Er punktet häufig mit seiner Rückhand entlang der Linie und einem sicheren zweiten Aufschlag. Auf kurze Bälle und spektakuläre Show-Einlagen muss man bei Friend immer gefasst sein.
Toby Alexander George Samuel (GBR)
Der 22-jährige Brite stammt aus Winchester und spielte College-Tennis an der University of South Carolina. Seine Eltern waren professionelle Turner – vielleicht erklärt das seine athletische Spielweise. Toby Samuel erreichte 2023 mit Platz 404 sein bisheriges Karrierehoch im Einzel und ist auch im Doppel erfolgreich, mit einem Höchstwert von Platz 254. Besonders bei Rasenturnieren in Großbritannien konnte er mit seinem Partner Connor Thomson überzeugen – unter anderem mit einem Zweitrundeneinzug in Wimbledon 2023. Sein Spielstil ist kraftvoll und offensiv, mit einem starken ersten Aufschlag und schnellen Netzvorstößen. 2025 zeigte er solide Leistungen bei Challenger- und M15-Turnieren, unter anderem in San Diego und Chisinau.
Spieler im Vergleich – Jay Dylan Hara Friend vs. Toby Alexander George Samuel
Ein spannendes Finalduell lebt von der Dynamik zwischen den Charakteren auf dem Platz. Hier kommt eine Gegenüberstellung der beiden Tennis-Asse, die beim Herren-Einzelfinale der FISU World University Games RheinRuhr 2025 am Baldeneysee für Furore sorgten.
| Jay Dylan Hara Friend | Toby Alexander George Samuel | |
| Nationalität | Japan | Großbritannien |
| Alter | 21 Jahre | 22 Jahre |
| Spielstil | Präzise Grundschläge, starke Rückhand, kontrollierte Defensive | Kraftvoll, offensiv, netzorientiert |
| Stärken | mentale Ausdauer, konstanter zweiter Aufschlag, taktisches Spiel | schneller erster Aufschlag, aggressive Returns, Serve-and-Volley |
| Karrierehoch (Einzel) | ATP Platz 831 | ATP Platz 404 |
| Karrierehoch (Doppel) | – | ATP Platz 254 |
| Spieluntergrund | Sand und Hartplatz | bevorzugt Rasen und Hardcourt |
| Hochschulbindung | University of Arizona | University of South Carolina, starker College-Hintergrund |
| Turniererfolge 2025 | Halbfinalteilnahmen bei M15/M25-Turnieren in Asien und Europa | Challenger-Erfolge in San Diego, M15-Titel in Chisinau |
| Besonderheiten | auffällige Linien-Rückhand, ruhiges Matchverhalten | athletisch, energiegeladen |







