
Symbolfoto: Lila la Loop
Zweite Phase des 1.000-Bäume-Programms startet
Essen, Baldeneysee, 04. Februar 2026. Die Stadt Essen treibt ihre Klimaanpassungsstrategie weiter voran: Im Rahmen des 1.000-Bäume-Programms werden in der aktuellen Pflanzphase 200 zusätzliche Zukunftsbäume gesetzt. Der Ausschuss für Umwelt, Klima und Verbraucherschutz nahm das Vorhaben am 3. Februar 2026 zur Kenntnis. Damit setzt die Stadt ein zentrales Projekt fort, das den urbanen Baumbestand stärken und das Stadtklima langfristig verbessern soll.
Hintergrund: Klimawandel belastet Essens Baumbestand
Hitzeperioden, Trockenstress und Extremwetter haben in den vergangenen Jahren deutliche Spuren im Essener Stadtgrün hinterlassen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Schatten und Abkühlung – besonders in dicht bebauten Quartieren. Bereits 2024 wurden 258 zusätzliche Klimabäume gepflanzt, nun folgt die nächste Etappe. Insgesamt sollen innerhalb von fünf Jahren 1.000 neue, klimaresiliente Stadtbäume entstehen. „Mit dem 1.000-Bäume-Programm verfolgen wir das Ziel, den städtischen Baumbestand zu stärken, das Stadtklima zu verbessern und die Aufenthalts- und Lebensqualität für die Menschen vor Ort nachhaltig zu erhöhen“, betont Simone Raskob, Dezernentin für Umwelt, Verkehr und Sport.
18 Standorte profitieren von neuen Bäumen
Die 200 neuen Bäume werden in Parkanlagen, Grünzügen und auf Spielplätzen im gesamten Stadtgebiet gepflanzt. Zu den Standorten gehören unter anderem: Park im Universitätsviertel, Volksgarten Kray, Grünzug Hörster Feld sowie die Grünanlage Platz Werdener Feintuchwerke. Auch Spielplätze – etwa am Therbeckenring, an der Friedrich-Lange-Straße oder am Schloss Schellenberg, oberhalb des Ruhrtals – sollen gezielt beschattet werden. Ziel sei es, kühlere Aufenthaltsorte zu schaffen und das Mikroklima zu verbessern.
Impressionen zur Essener Baumbilanz
Klimaresiliente Arten
Zum Einsatz kommen ausschließlich Baumarten, die als besonders widerstandsfähig gegenüber Hitze und Trockenheit gelten. Gepflanzt werden sollen unter anderem: Magnolie, Amberbaum, Zelkovie, Schnurbaum, Lederhülsenbaum, Ahorn, Tulpenbaum, Taschentuchbaum, Zierkirsche sowie Zierbirne. Diese Arten tragen nicht nur zur Klimaanpassung bei, sondern förderten auch die biologische Vielfalt im Stadtgebiet.
Standortauswahl anhand von Daten und Analyse
Die Abteilung Grünflächen von Grün und Gruga verantwortet die Auswahl der Pflanzorte. Grundlage seien detaillierte Auswertungen, die unter anderem auf der Klimaanalyse 2022 und dem Kronenschirmflächenmonitoring basierten. Bewertet wurden: vorhandene Baumdichte, Vitalität und Altersstruktur, Nutzungsintensität der Flächen und stadtökologische Anforderungen. „Gerade in dicht bebauten Stadtquartieren übernehmen Bäume eine unverzichtbare Oasenfunktion“, erklärt Mattis Ricken, Fachbereichsleiter von Grün und Gruga. „Mit den neuen Pflanzungen investieren wir bewusst in diese Qualitäten und damit in die Lebensqualität der Stadt.“
Pflanzung nach BaumAdapt-Standards
Die Umsetzung erfolgt nach dem Essener Handlungsleitfaden BaumAdapt. Dazu gehören:
große Pflanzgruben, standortgerechte Bodenvorbereitung und mehrjährige Pflege in der Anwuchsphase. So sollen die jungen Bäume optimale Startbedingungen erhalten.
Stadt und Bund investieren gemeinsam
Für die Jahre 2025 und 2026 stehen im städtischen Haushalt jeweils 300.000 Euro bereit. Zusätzlich erhält Essen Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“, das Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundes ist. Für die aktuelle Pflanzperiode wurden 340.400 Euro bewilligt. Das Programm unterstützt Kommunen bei Maßnahmen zur Klimaanpassung, CO₂-Bindung und Förderung der Biodiversität – unter anderem durch Baumpflanzungen, Entsiegelung und naturnahe Pflegekonzepte.












