
Foto: Lila la Loop
Der Igel im Fokus an Baldeneysee und Ruhr und in der ganzen Republik
Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) wurde zum Tier des Jahres 2024 gewählt – und das aus gutem Grund. Er ist in ganz Deutschland verbreitet, doch seine Lebensbedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verschlechtert. Auch an Baldeneysee und Ruhr lebten Igel vor allem in einer offenen, vielfältigen Kulturlandschaft mit Hecken, Wiesen und Feldrainen. Heute finden sie in der intensiv genutzten Agrarlandschaft und angelegten, eingezäunten Gärten kaum noch Rückzugsorte. Deshalb sind sie zunehmend in Siedlungsgebieten anzutreffen – in Gärten und Parks. Doch auch dort wird es für die stacheligen Insektenfresser immer schwieriger:
Aufgeräumte und gepflegte Gärten bieten kaum Verstecke. Zäune, Bordsteine und Treppen versperren ihnen den Weg. Schottergärten und sterile Grünflächen liefern weder Nahrung noch Schutz. Das hohe Verkehrsaufkommen und Raser in den Nachtstunden gefährden zusätzlich das Leben der kleinen Säugetiere.
Weniger Igel in Deutschland
Noch vor 100 Jahren war die Landschaft in Deutschland reich an Strukturen, die Igel zum Überleben brauchen. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft verschwanden Hecken und Wiesen, und die Bestände des Braunbrustigels gingen stark zurück. Studien zeigen, dass auch in Siedlungsbereichen die Zahl der Igel stetig sinkt. Gründe dafür sind: Zerschneidung und Versiegelung ihrer Lebensräume, Verlust an Hecken als Brut- und Rückzugsorte, Mangel an Nahrung in monotonen Gärten und Parks.
Engagement für Igel rund um den Baldeneysee
Gerade rund um den Baldeneysee in Essen können wir gemeinsam viel für den Igel tun. Absolut jeder Garten, jede Grünfläche zählt! Mit einfachen Maßnahmen lässt sich ein igelfreundlicher Lebensraum schaffen, der den Tieren Schutz und Nahrung bietet. Und auch die Verkehrsteilnehmer – vor allem die motorisierten LKW- und Autofahrer – sind gefragt: in den Abendstunden, nachts und am frühen Morgen einfach mal „Fuß vom Gas“.
Was ist ein igelfreundlicher Garten?
Ein Garten, der Igel willkommen heißt, zeichnet sich durch zu allererst durch eine naturnahe Gestaltung aus: „wilde“ Ecken mit Laub, Reisighaufen und Hecken bieten den kleinen Vierbeinern Verstecke. So genannte Igelhäuser oder einfache Holzstapel dienen als Unterschlupfmöglichkeiten und sichere Quartiere. Insektenreiche Wiesen und heimische Pflanzen sichern die Ernährung und bieten eine vielfältige Nahrung. Tatsächlich stehen unter anderem auch die bei Gärtnern gefürchteten Nacktschnecken auf dem Igel-Speiseplan. Durchlässige Zäune, die nicht bis ganz auf den Boden gehen, bzw. kleine Durchgänge ermöglichen den Tieren, sich frei zu bewegen. Der Verzicht auf Pestizide sichert die Nahrungsgrundlage der Igel. Last but not least sei darauf hingewiesen, dass Igel nachtaktive Tiere sind. Daher ist es absolut wichtig – auch zum Schutz anderer Wildtiere – dass die Mähroboter nachts pausieren.
Mitmachen und eintragen
Die Deutsche Wildtier Stiftung bietet die Möglichkeit, den eigenen Garten als igelfreundlich zu registrieren. So entsteht ein Netzwerk von Schutzräumen für den Igel. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Eintragung besteht direkt auf der Seite der Stiftung: Deutsche Wildtier Stiftung – Igelfreundlicher Garten.
Fazit
Der Igel ist nicht nur Tier des Jahres 2024, sondern auch ein Symbol für den Verlust von Vielfalt in unserer Kulturlandschaft. Rund um den Baldeneysee, im Ruhrgebiet und überall in Deutschland können wir aktiv werden. Mit einem igelfreundlichen Garten schaffen wir sichere Lebensräume und tragen dazu bei, dass die Bestände des Braunbrustigels erhalten bleiben, idealerweise sogar vergrößern.







