Essens Mobilitätszukunft am Baldeneysee nimmt Formen an
Essen, Baldeneysee, 11.06.2026. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität der Stadt Essen hat heute in seiner Sitzung einen Schritt in Richtung verbesserter Verkehrsinfrastruktur am Baldeneysee beschlossen. Auf Basis der sogenannten “Vorzugsvariante 4.1 Nord” wird die Planung für die Erweiterung der Buswendeanlage “Heisingen Baldeneysee” fortgeführt. Dabei sollen die örtlichen Mobilitätsangebote optimiert und an die tatsächlichen Bedürfnisse der Besucher angepasst werden.
Barrierefreier und leistungsfähiger ÖPNV
Die bestehende Bushaltestelle am Baldeneysee entspreche nicht mehr den Anforderungen des Nahverkehrsplans der Stadt Essen. Insbesondere der angestrebte Fünf-Minuten-Takt der Buslinie 145 mache eine umfassende Überarbeitung notwendig, da es an Halte- und Pausenflächen mangele. Zudem sei die derzeitige Anlage nicht barrierefrei gestaltet, was für viele Nutzer eine erhebliche Einschränkung darstelle. Mit den geplanten Maßnahmen sollen vier neue, barrierefreie Bussteige für Gelenkbusse entstehen. Ein zusätzlicher Bussteig für die Linie 153 und den NachtExpress NE7 wird ebenfalls eingeplant. Zudem werden moderne Fahrgastinformationen, Wetterschutzeinrichtungen und eine Mobilitätsstation mit Fahrradabstellanlagen und Leihfahrrädern eingerichtet, um den Besuchern ein umfassendes Mobilitätsangebot zu bieten.
Berücksichtigung von Bürgeranregungen
Der heutigen Entscheidung gingen Planungs- und Beteiligungsprozesse voraus, in denen Anwohner ihre Bedenken über zusätzliche Verkehrsflächen, Lärmbelastungen und den Erhalt von Grünflächen äußerten. Die Vorzugsvariante 4.1 Nord soll diese Hinweise berücksichtigen, indem sie die neue Verkehrsanlage weiter von der angrenzenden Wohnbebauung abrückt und gleichzeitig einen großen Teil der bestehenden Grün- und Freiflächen bewahrt. Im Vergleich zu anderen Varianten zeichnet sich diese Planung auch durch den geringsten Versiegelungsgrad aus. Ein weiterer Pluspunkt soll die Berücksichtigung der Belange des Fuß- und Radverkehrs darstellen. Durch neue Wegeverläufe und verkehrliche Anpassungen sollen Konflikte zwischen Radfahrern, Fußgängern und dem motorisierten Verkehr minimiert werden.
Ein neuer Ankunftsort am Baldeneysee
Die Maßnahmen korrelieren eng mit den angestrebten Zielen des Masterplans “Erlebnisketten Baldeneysee”. Die neue Buswendeanlage soll nicht nur den öffentlichen Nahverkehr stärken, sondern auch als attraktiver Ankunftsort für Besucher dienen. Geplant sind verbesserte Orientierungsmöglichkeiten und eine stärkere Vernetzung verschiedener Mobilitätsangebote, die den Baldeneysee als Ausflugsziel noch attraktiver machen. Insgesamt wurden im Rahmen der Vorplanung 15 Varianten auf ihre Machbarkeit getestet. Die Entscheidung für die Variante 4.1 Nord fiel aufgrund ihrer besten Gesamtbewertung, die sowohl verkehrliche Anforderungen als auch Umweltverträglichkeit, Aufenthaltsqualität und Wirtschaftlichkeit umfasst.
Weitere Planungsschritte
Nach dem heutigen Beschluss werden die nächsten Planungsleistungen und erforderlichen Gutachten vorbereitet. Parallel dazu wird das Bebauungsplanverfahren fortgeführt, mit dem Ziel, bis Ende 2027 oder Anfang 2028 den Abschluss des Planverfahrens zu erreichen. Die Umsetzung der Maßnahmen ist für das Jahr 2029 vorgesehen, wobei die Gesamtkosten auf rund 6,6 Millionen Euro geschätzt werden. Zur Finanzierung sollen Fördermittel gemäß dem Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen beantragt werden.
Fazit
Der Ausbau der Buswendeanlage am Baldeneysee soll ein wichtiger Schritt in Richtung einer modernen und barrierefreien Mobilitätsinfrastruktur in Essen werden. Durch die Berücksichtigung von Bürgeranregungen und die Integration von nachhaltigen Mobilitätslösungen werde nicht nur der öffentliche Nahverkehr gestärkt, sondern auch die Aufenthaltsqualität am Baldeneysee deutlich verbessert. Die geplanten Maßnahmen in Hinblick auf den Verkehrsknotenpunkt sollen das Revier als attraktives Ziel für Erholungssuchende aufgewerten.







